Fünf Jahre Dialog zwischen Kunst und Unternehmen: die Erzählung von Marca Corona per l'Arte
Im Jahr 2022 entstand Marca Corona per l‘Arte (Marca Corona für die Kunst), ein die Unternehmensidentität widerspiegelnden Projekt, das darauf abzielt, das Unternehmen auf eine ganz neue Art und Weise darzustellen: per zeitgenössischer Kunst. Ein Unternehmen mit fast 300 Jahren Geschichte, das weiterhin nach vorne blickt und jedes Jahr einen national oder international bedeutenden Künstler mit der Schaffung eines bisher unveröffentlichten Werks beauftragt, das an Marca Coronas Werten und Identität inspiriert ist.
Es handelt sich nicht nur um einen simplen Kunstauftrag: es ist ein Projekt der Begegnung und der Recherchen, ein Dialog zwischen Unternehmenskultur und künstlerischer Vision, bei dem das Werk auch dank der direkten Beteiligung der Belegschaft Gestalt annimmt. Das Projekt entfaltet sich in mehreren Phasen, die sich bei jeder Ausgabe wiederholen und überarbeitet werden: die Realisierung eines ortsspezifischen Kunstwerks im Unternehmen, die Finissage der Ausstellung in Bologna, eine Tagung, die Kunst und Architektur miteinander verbindet, der Preis „Premio Marca Corona„ für junge Künstler unter 35 Jahren sowie Workshops mit Schulen aus der Region, wie dem Istituto Venturi und Chierici. Ein Weg, der Ausgabe für Ausgabe ein regelrechtes Archiv mit Werken und Erzählungen rund um die Identität von Marca Corona aufbaut und die Keramikkultur des „Made in Italy“ in immer weitere Kunstkreise trägt.
Die aus diesem Weg entstandenen Werke bleiben nicht auf eine einzelne Veranstaltung beschränkt: Sie finden einen festen Platz in den Räumen der Galleria Marca Corona, dem 2010 gegründeten betriebseigenen Museum und Archiv, wo sie im Laufe der Zeit einen schlüssigen Parcours bilden, der von der Identität und Entwicklung des Unternehmens berichtet, neben Dokumenten, Fotografien und Zeugnissen, die über drei Jahrhunderte Geschichte des Keramikdistrikts von Sassuolo nachzeichnen.
Frühere Ausgaben: von Giuseppe Stampone bis Pino Deodato
In der ersten Ausgabe entwirft Giuseppe Stampone im Jahr 2022 „Nel Blu Dipinto“, einen partizipativen Parcours, der sich in einer visuellen ABC-Fibel niederschlägt, die die Werte und die Unternehmensidentität anhand von Symbolen und kulturellen Bezügen vermittelt, die Unternehmen und Belegschaft verbindet. 2023 ist es Stefano Arienti, der das Werk „Opera Aperta“ in die Galerie bringt, ein Projekt, das gerade durch den Blick des Betrachters Gestalt annimmt und das betriebliche Umfeld mit der kulturellen Dimension der Region in Verbindung bringt.
2024 signiert Andrea Mastrovito sein Werk „MCm – Minimo Comune Multiplo“, ein Papiermosaik, das von einer historischen Fotografie aus Marca Coronas Archiv inspiriert ist: Per Frottage-Technik auf Papierfliesen setzt das Werk die Unternehmensgeschichte auf moderne Weise neu zusammen und schafft so einen direkten Dialog zwischen Kunst und Produktionsprozess.
Den Abschluss bildet Pino Deodato mit seinem 2025 entstandenen Werk „ricAMARE. Il ricamo è un gesto d’amore“ (Sticken. Sticken ist eine Geste der Liebe). Das ortsspezifische Werk aus Terrakotta besteht aus neun glasierten Flachreliefs und zwei Skulpturen. Es verbindet Tradition und Moderne und bezieht die Belegschaft des Unternehmens erneut in einen gemeinsamen Entstehungsprozess ein.
Vier verschiedene Ausdrucksformen, eine einzige Richtung: Marca Corona durch die Menschen zu erzählen, die das Unternehmen jeden Tag (er)leben, und dabei das industrielle Erbe in künstlerisches Material zu verwandeln.
Marinella Senatore ist die Hauptdarstellerin der fünften Ausgabe: Es entsteht „Materia Comune“
Bei der fünften Ausgabe begrüßt Marca Corona per l’Arte Marinella Senatore, eine der international einflussreichsten Figuren der partizipativen Kunst, die von der Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom zur Künstlerin des Jahres 2026 ernannt wurde. Zum ersten Mal in ihrer künstlerischen Arbeit setzt sich die Künstlerin mit Keramik auseinander, einem Material, mit dem sie in ihrer bisherigen Laufbahn noch nie etwas zu tun hatte.
Seit über zwanzig Jahren schafft die Künstlerin kollektive Werke, die Gemeinschaften, Schulen, Institutionen sowie Arbeitnehmerinnen & Arbeitnehmer auf der ganzen Welt einbeziehen und partizipative Prozesse in Wahrzeichen, Festivals und öffentliche Installationen verwandeln. Die Auszeichnung als „Künstlerin des Jahres 2026“ bestätigt die zentrale Rolle ihrer Arbeit in der italienischen und internationalen zeitgenössischen Kunstszene und verleiht ihrem Debüt in der Welt der Keramik gerade bei Marca Corona noch mehr Bedeutung. Wie schon bei den vorherigen Ausgaben entstand auch das Projekt von Marinella Senatore aus einem gemeinsamen Workshop mit Marca Coronas Belegschaft: Worte, persönliche Erzählungen, gegenseitiges Zuhören und sogar körperliche Übungen haben einen kollektiven kreativen Prozess beflügelt. Einbindung, Zuhören und Gemeinschaft sind im Übrigen die Schlüsselbegriffe, die seit über zwanzig Jahren die Vorgehensweise der Künstlerin leiten und die heute auch in dem für Marca Corona konzipierten Projekt wieder auftauchen.
Aus dieser Erfahrung entsteht „Materia Comune“, das erste Keramikwerk, das Marinella Senatore jemals geschaffen hat: ein gemeinschaftliches Werk, das die Identität, die Werte und die Geschichte des Keramikdistrikts von Sassuolo durch die Stimmen derer widerspiegelt, die das Unternehmen tagtäglich erleben.
Die ausgestellten Werke: alle Informationen
Das Werk von Marinella Senatore steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Materia Comune“, die von Mariacristina Ferraioli organisiert wird und vom 9. Oktober bis zum 4. Dezember 2026 in den Räumlichkeiten der Galleria Marca Corona in Sassuolo zu sehen ist. Die Ausstellung umfasst zudem eine Auswahl weiterer Werke der Künstlerin – Collagen, Lichtinstallationen, Bilder und Skulpturen – die mit den historischen Kollektionen von Marca Corona in einen Dialog treten.
Aber die Ausstellung endet nicht in Sassuolo: Sie wird in Bologna anlässlich der ART CITY Bologna und der Arte Fiera 2027 fortgesetzt und im Herbst desselben Jahres im Palazzo Ducale in Sassuolo ihren Abschluss finden.
Mit Marinella Senatore schlägt „Marca Corona per l’Arte“ somit ein neues Kapitel auf: Zum ersten Mal wird eine Keramik, die von einer Künstlerin der partizipativen Kunst gestaltet wurde, Teil der Sammlung der Galerie – neben den Bildern, Zeichnungen und Skulpturen, die in früheren Ausgaben zusammengetragen wurden.
Ein Schritt, der bestätigt, dass der Dialog zwischen Kunst und Unternehmen bei Marca Corona ein Weg ist, der noch viel zu bieten hat.